Kommunikationsmaßnahmen bringen wenig, wenn es nicht eine umfassende Analyse der Ergebnisse gibt.

Wenn die Fiaker in der Wiener Innenstadt ihre Runden drehen, dann lassen sich die Pferde von Autos, Radfahrern und Fußgängern kaum irritieren. Der Grund: Die Tiere haben Scheuklappen. Sie können nur geradeaus sehen. Was für die Fiaker Sinn macht und Unfälle verhindert, bewirkt in punkto Kommunikation und Werbung indes das genaue Gegenteil: Wer mit Scheuklappen unterwegs ist, wird nur die Hälfte dessen mitkriegen, was tatsächlich passiert. Speziell in größeren Unternehmen, aber durchaus auch in kleineren Betrieben und sogar in Start-Ups hat sich eine Kultur der Ignoranz eingeschlichen. Das Image des eigenen Unternehmens und der eigenen Marke bzw. der verschiedenen Marken wird nicht umfassend beurteilt. Oftmals scheut man geradezu den Blick von außen, der beispielsweise eine objektive Darstellung der Werbemaßnahmen und der PR-Arbeit ermöglichen würde. Die Folgen können weitreichend sein, denn ohne Rückschlüsse auf wichtige Faktoren wie Reputation und Resonanz in bestimmten Mediengattungen verpuffen Kommunikationsprojekte.

Erkenntnis gegen den Shitstorm

Das ist umso gravierender, da sich durch Online-Medien und Soziale Medien der Zeitdruck und die Intensität der Kommunikation deutlich erhöht haben. Was sich gestern als Unzufriedenheit einiger weniger Akteure erstmals bemerkbar machte, kann heute weite Kreise ziehen und morgen zu einem veritablen Shitstorm werden. Trends rechtzeitig zu erkennen und darauf reagieren zu können, das bedarf aber einer laufenden und qualitativ hochwertigen Analyse. Wichtig ist in diesem Zusammenhang die umfassende Beurteilung, quer über alle Mediengattungen. Schließlich bringt es wenig, auf Facebook tausende Fans und positive Resonanz zu haben, wenn sich die Zielgruppe vorwiegend auf andere Art und Weise informiert, beispielsweise über Printmedien. Im Gegenzug kann der Verzicht auf Kommunikation über Soziale Medien, wie dies in manchen Branchen noch immer zu beobachten ist, Folgen für das Image und die Marktchancen haben.

An entsprechenden Werkzeugen für eine umfassende Analyse – etwa was die Darstellung des eigenen Unternehmens in unterschiedlichen Medien betrifft – mangelt es nicht. Nicht nur die eigene Performance, auch jene der Konkurrenz kann dabei unter die Lupe genommen werden.