Der „Knochen“ wog etwas mehr als ein halbes Kilogramm, war so groß wie ein Unterarm und rund eineinhalb Monatsgehälter wert: Das Motorola International 3200 war eines der ersten GSM-fähigen Mobiltelefone und vor rund einem Vierteljahrhundert der letzte Schrei in Sachen Technologie. Nach heutigen Maßstäben ist es nicht vorstellbar, wie dieses Artefakt aus der Steinzeit des Mobilfunks überhaupt im Alltag eingesetzt werden konnte.

Nahezu prophetisch war aber die Bezeichnung als Körperteil – inzwischen scheint das Mobiltelefon fest mit dem Menschen verwachsen zu sein: Kaum eine Gelegenheit wird ausgelassen, das Ding zu verwenden. Ganz selbstverständlich erfüllt es Aufgaben wie Online-Banking, Reisebuchung, Bezahlung im Geschäft und Bewerbung für einen neuen Job ebenso, wie es der persönlichen Kommunikation und Unterhaltung dient.

Die sogenannte Mobilfunkverbreitungsrate liegt in Österreich bei 156 Prozent. Das bedeutet: Im Schnitt verfügt jeder Österreicher – vom Säugling bis zum Uropa – über eineinhalb SIM-Karten. Dazu kommen noch jene Mobilgeräte, die über WLAN an das Internet angebunden sind, also beispielsweise Tablets wie das iPad. Vor diesem Hintergrund wird klar, dass die Marktkommunikation die mobile Nutzung von Informationen und Angeboten berücksichtigen muss – und längst gilt dies nicht nur für jüngere Zielgruppen, sondern betrifft alle Altersklassen. Für Internet-Konzerne ist diese Entwicklung die Grundlage eines rasanten Wachstums: 80 Prozent seiner Werbeeinnahmen erzielt beispielsweise Facebook bereits über Mobilgeräte; im vierten Quartal des Vorjahres konnte der US-Konzern seinen Gewinn wegen dieser Ausrichtung auf mobile Nutzer mehr als verdoppeln.

Aber nicht nur die Riesen der Branche können von diesem Trend profitieren, denn in der Kommunikation ist Größe schließlich nicht der wichtigste Wert: Die notwendigen Werkzeuge, um mit dem rasanten Wandel der Gewohnheiten in puncto Informationsbeschaffung Schritt halten zu können, sind vergleichsweise kostengünstig und zudem einfach verfügbar.  Dazu zählen unter anderem Datenbanken zur Recherche nach relevanten, aktuellen Informationen und eine Übersicht über das Geschehen in den Medien unterschiedlicher Ausprägung bis hin zu Social-Media-Kanälen.