Land- und Seekarten aus dem Mittelalter, lateinische Texte, arabische Manuskripte – um solche Kostbarkeiten zu betrachten, musste man früher in Bibliotheken oder Museen gehen. Heute aber können interessierte Laien und Wissenschaftler gleichermaßen diese historischen Quellen mit wenigen Mausklicks aufrufen.

Die Digitalisierung bringt nicht nur der Wirtschaft etwas, sondern macht auch das kulturelle Erbe der Menschheit leichter zugänglich. Ein Beispiel dafür ist das Projekt Pelagios, bei dem Datensätze der Altertumswissenschaften verknüpft werden. Maßgeblich beteiligt an dessen Entwicklung war das Austrian Institute of Technology (AIT) – Know-how aus Österreich hilft also Institutionen in aller Welt bei der Entwicklung der entsprechenden Technologien.

Dieses Beispiel zeigt: Die Digitalisierung hat längst alle Lebensbereiche erfasst, in der Kommunikation aber sind die Auswirkungen besonders stark zu spüren. Der Wandel der Medienlandschaft ist nur ein kleiner Teil des Umbruchs, der damit einhergeht – gravierender sind die langfristigen Änderungen bei der Informationsbeschaffung und -verarbeitung jedes Einzelnen, in der Arbeitswelt und auf den globalisierten Werbemärkten. Konzerne wie Facebook oder Google sind aus unserem Privatleben längst ebenso wenig wegzudenken wie aus dem beruflichen Alltag; kommuniziert wird überall und ununterbrochen. Für die Marktkommunikation bietet diese Entwicklung neue Chancen, andererseits ergeben sich daraus Fragen, die zum Teil noch nicht beantwortet werden können: Wie kann ich meine Zielgruppen individuell ansprechen? Wie verhindere ich es, deren Privatsphäre zu verletzen? Welche Medien spiele heute überhaupt noch eine Rolle? Hilfestellung leisten in diesem Zusammenhang beispielsweise Analyse-Tools und Datenbanken, mit denen aktuelle Trends beobachtet werden können; insbesondere sind dabei Zuverlässigkeit und Geschwindigkeit von Bedeutung.

Die Digitalisierung reißt uns mit, erschreckt uns aber auch: Jedem Trend zu folgen kann genauso falsch sein wie die aktuelle Entwicklung zu verschlafen. Helfen könnte in diesem Zusammenhang die Einstellung jener Entdecker, die schon in der Antike weit über die Grenzen der bekannten Gebiete gesegelt sind: Mit dem nötigen Wissen und bewährter Technik ausgestattet, wagten sie sich auf die offene See – im Bewusstsein, dass es dort mit Sicherheit stürmisch werden würde.