Kinder können wieder lachen – Werbung für ein NGO berührt das Herz

Die Kindernothilfe Österreich (www.kindernothilfe.at) ist eine der vielen Non-Governmental  Organisations (NGO) des Landes, die mit wenig Budget Großes leistet. Wie kann Presse- und Medienarbeit mit minimalen Geldern trotzdem große Wirkung zeigen?

Mit jährlichen Spenden in der Höhe von knapp drei Millionen Euro von 3.600 Paten und 58.000 Geldgebern unterstützt die Organisation für Entwicklungszusammenarbeit seit 20 Jahren Kinder in 21 Ländern Afrikas, Asiens und Lateinamerikas. Es sind Kinder, denen es an den elementarsten Dingen des Lebens fehlt: sauberes Wasser, regelmäßige Mahlzeiten, Schulbesuche und medizinische Versorgung.

Rund 325.000 Euro des Budgets sind 2014 in Werbung und Öffentlichkeitsarbeit geflossen. „Das Kommunikations- und Marketingbudget ist rein spendenfinanziert und daher sehr niedrig“, informiert die Marketingverantwortliche Julia Drazdil-Eder, „uns steht kein Geld für groß angelegte Aktionen oder Werbeschaltungen zur Verfügung – wir sind also abhängig von Sponsoren und Partnern. Alle Anzeigen-, Fernseh- und Radioschaltungen werden von Medienunternehmen nach Verfügbarkeit des Platzes und somit pro bono platziert“. Das ist harte Arbeit und umso erfreulicher sind dann Auszeichnungen, wie etwa der PR-Bild Award 2014 oder der Printoscar Adgar 2015.
Neben der budgetären Knappheit, ist die Kommunikation über Kinder ein sensibles Thema. So werden keine kranken, nackten oder verwahrlosten Kinder gezeigt. „Aber wir wollen und müssen die Menschen aufrütteln, ihnen zeigen, weswegen ihre Hilfe gebraucht wird und wichtig ist. Hier wird sicher mit hochemotionalen Bildern und Sprachmitteln gearbeitet“, erzählt Drazdil-Eder.

Um die Arbeit einer NGO bekannt zu machen, gilt es, in der Öffentlichkeit so präsent wie möglich zu sein. Nur so werden Menschen bewegt, die Arbeit zu unterstützen. Neben klassischer Werbung und Berichten in den Medien sind bei den meisten NGOs daher die manchmal wenig beliebten Straßenwerber auf belebten Plätzen unterwegs, um im direkten Gespräch aufmerksam zu machen. „Ohne sie geht es nicht“, sagt Drazdil-Eder.

Wichtige Tools der Öffentlichkeitsarbeit sind die zwei Mal jährlich erscheinende Zeitschrift für Paten und Spender, der Jahresbericht oder Folder, die über die Arbeit der Kindernothilfe Österreich und konkrete Themen wie etwa Kinderarbeit, Gemeinwesenentwicklung, Selbsthilfegruppe informieren. Kreative mediale Ideen müssen sein, außerdem Präsenz bei Benefizkonzerten, Straßenfesten, auf Veranstaltungen wie etwa beim Lesefest im Wiener Rathaus. Die Zusammenarbeit mit anderen NGOs macht Sinn. „so organisieren wir themenübergreifende Kampagnen wie mit dem Netzwerk Kinderrechte“.
Drazdil-Eder war früher als Journalistin tätig und verdiente ein Vielfaches von heute. Doch der Job heute macht sie einfach glücklich. Kürzlich besuchte die Marketerin Hilfsprojekte in einem der ärmsten Länder der Welt, in Uganda: „Das hat mich tief berührt. Die Armut dort ist für uns nicht vorstellbar. Durch unsere Projekte können wir aber etwas beitragen und die Veränderung im Leben der Kinder spürbar miterleben. Wenn Waisenkinder ein neues Zuhause, neue Hoffnung finden, ist das wunderschön und sinnvoll. Es öffnet mein Herz.“