Es ist ein heißes wie umstrittenes Thema. Während die einen meinen Content Marketing, also inhaltsgetriebenes Marketing bleibt das Zukunftsthema Nummer eins, sagen  die anderen Content Marketing, das sich oft im Gewand von Storytelling präsentiert, sei ein alter Hut. Die nächsten predigen es sei an der Zeit für Content-Detox und weniger ist mehr. Also was nun?

Den „Kampf der Kanäle beiseite legen“, dafür plädiert jedenfalls der Österreicher , Gründer von C3 (Creative Code Content), ehemals Kircher & Burkhardt, einer Agentur, die in Österreich, Deutschland und der Schweiz den Fokus auf Content Marketing legt. Es gehe im wachsenden Feld des Content Marketing um das Erkennen und Schaffen von Diskussionsfeldern und Dialogmöglichkeiten sowie die Distribution von Inhalten. Für Kircher gilt es wirksame Konzepte zu erarbeiten, die anhand definierter KPIs wie Sales, Leads, Conversion Rates und Reputation gemessen werden können. Die Agentur C3 will ihren Kunden die richtigen Ideen bieten, und wächst dabei. Mehr als 400 Mitarbeiter
in Zürich, München, Hamburg, Berlin und Wien und im Jänner 2016 ein Merger mit der Londoner Agentur Seven und damit der Sprung nach Großbritannien, sprechen dafür das die Richtung stimmt.

Customer Centricity als Universallösung?Lukas Kircher

Content Marketing wurde ohnehin in Österreich erfunden – und zwar von Red Bull, so die Meinung vieler. Das Erfolgsrezept hierbei: das Produkt, die Marke spielt eine Nebenrolle, es geht um die Geschichte. Red Bull hat dabei sehr früh verstanden, welche Art von Kommunikation sich seine Kunden wünschen. Wie muss Kommunikation gestaltet sein, damit die Zielgruppe einen Nutzen daraus zieht? Customer Centricity heißt das Schlagwort – Dialoge und Gespräche mit „echten Menschen“ sollen entstehen. Dabei werden Marken zu Medien und es gibt in der Kommunikation Inhalte statt Werbung. Immer mehr Unternehmen bauen also eigene Content-Einheiten auf, intern wie extern, als Homepage, Blog, Social Media Auftritt. Ein Mitgrund des neuen Unternehmensfokus ist wohl, dass die traditionellen Medienmarken im Internet schwächeln. Qualitätsvoll sollen die Auftritte sein und den Nutzer begeistern, allerdings trifft der Inhalt auch auf ein limitiertes Zeitbudget der Zielgruppe, daran können auch Big Data und Algorithmen mitunter nichts ändern, ja im Gegenteil, sie fordern Tribut von den werbetreibenden Unternehmen – Marken bezahlen dafür, dass ihre Inhalte, gesehen werden. Denn  der gute Inhalt kommt nicht immer einfach beim Konsumenten an, sondern meist steuern und kassieren die digitalen Riesen: Google, Amazon, Facebook & Apple.
Sie sind die modernen Wegelagerer, die die Aufmerksamkeitsströme zwischen Marken und Nutzern algorithmisch kuratieren und persönlich zuschneiden.

Frieden statt Fighten

Darüber hinaus bieten nur wenige eigens produzierten „Storys“ den echten Mehrwert, sprich „Help“, für Konsumenten oder finden sich gar unter den echten „Heros“, die mit Millionen Clicks ganz oben rangieren. Content Marketing bleibt trotzdem ein starker Baustein, um auf Marken und ihre Besonderheiten hinzuweisen und Nutzern ihren Alltag am Screen zu versüßen. Das haben auch Menschen für sich entdeckt und sind dabei zu Marken geworden, man denke nur an die Reihe bekannter, wie erfolgreicher YouTuber vom „Crazy Russian HackeNivea Contentr“, der praktische Alltagstipps gibt bis zu dem deutschen LeFloid oder dem Österreicher Michael Buchinger. Aber das ist eine andere Geschichte. Moderne Kommunikation muss jedenfalls unterstützen oder vor allem unterhalten, sonst geht sie unter in der Masse des Contents im Netz.

Hier ist wohl auch die Empfehlung von Lukas Kircher zielführend – den Kampf der Kanäle zu beenden. Denn Content Marketing funktioniert nicht nur im Netz, er macht auch in den klassischen Medien Sinn. Die gute Geschichte liebt jeder, findet sie sich in Social Media, im Newsletter, im Fernsehen oder im Radio und der Zeitung. Wermutstropfen: die Rundumkommunikation ist komplex, kostet Geld und bietet ständig neue Herausforderungen. Aber so macht Kommunikation allen wieder mehr Spaß – den Werbetreibenden genauso wie den transportierenden Medien, den Storytellern und Geschichtenerfindern – und natürlich auch den Konsumenten.

 

Beispiele Content Marketing – Marken:

Nivea – Case Study: „Captivating Tales“ – Gulf Region
Lego – „Creator“
Bosch – „Bob Community“

Noch mehr zu „Genius Content Marketing“ hier:
https://www.salesforce.com/blog/2015/12/30-genius-content-marketing-examples-2015.html