Storytelling ist nicht neu, am warmen schützenden Feuer entstanden die ersten Legenden. Storytelling versteht jedes Kind und doch versprüht das Wort eine geheimnisvolle Magie. Storytelling ist in aller Munde und gilt als das Erfolgsgeheimnis manch großer Marken. Storytelling hat in einer Zeit der Digitalisierung, von Social Media, wo nur ein Daumenstreich Zeit bleibt die Aufmerksamkeit der Menschen zu fesseln, und sie zum Sharen und Liken zu gewinnen, eine neue Dimension erreicht – gutes Storytelling ist spannend und emotional, relevant und authentisch.

Was ist die Faszination des Geschichtenerzählens und  welches sind die gängisten Techniken im Storytelling, die in der Werbung im Content Marketing Anwendung finden, um das Interesse der Konsumenten zu wecken. Ganz nebenbei gelingt so das große Ziel: ein Produkt oder eine Marke so anziehend zu machen, dass die Verkaufszahlen nach oben ziehen und damit der Umsatz steigt. Denn am Ende zählt der wirtschaftliche Erfolg.

Storytelling in 7 Schritten

  • Die Mechanismen: im Zentrum jeder guten Geschichte steht ein Charakter, der einen Wunsch, eine Sehnsucht, ein unerfülltes Begehren hat. Der Held oder die Heldin der Story brauchen ein klares Ziel. Schließlich begegnen dem Protagonisten Prüfungen auf dem Weg zu seinem Ziel. Manchmal gibt es einen Gegenspieler, der ebenso ein Ziel hat, das jenem des Helden entgegensteht. Das kennen wir alle aus dem Märchen und von Filmplots.

Buchempfehlungen: Stephen King „Das Leben und das Schreiben“, John Tuby „The Anatomy of Story“

  • Jetzt geht es darum die kreative Idee, einen Plot, die Charaktere etwa für einen Werbespot zu entwickeln. Kaffee, inspirierende Bücher, Videos, einen Laptop und los geht’s mit dem gemeinsamen Brainstorming. Ist die Idee da, sind die Charaktere umrissen, dann …
  • … sollte man alles in einem Satz niederschreiben. Ein Beispiel: Chipotle (https://www.youtube.com/watch?v=aMfSGt6rHos), das amerikanisch-mexikanische Grill Restaurant positionierte sich entgegen dem Fast-Food-Trend der letzten Jahrzehnte supererfolgreich als Esslokal mit einem kleinen feinen Potpourri nachhaltig produzierter Speisen. In den vielfach ausgezeichneten Spots geht es immer um eines: Der Held, meist ein einfacher Bauer, will aussteigen aus der industrialisierten Welt, die ihn unglücklich macht und wünscht sich Speisen nicht am Fließband zu produzieren, sondern ein einfaches Landleben in freier Natur mit glücklichen Tieren. Überprüfe: ist das eine Story, die meine Zielgruppe sehen will?
  • Nun geht es an die Detailarbeit – pack Sehnsüchte in die Geschichte und gib dem Charakter Eigenschaften. Die Geschichte ist der Türöffner für deine Marke – es ist 22 Mal wahrscheinlicher, dass sich Menschen an eine gute Storys erinnern als an eine Liste mit Fakten.
  • Verkaufe nicht das Produkte/die Marke, sondern die Geschichte. Chipotle hat etwa ein Spiel gelauncht (https://www.youtube.com/watch?v=lUtnas5ScSE), eine App und zeigt nicht das Essen, das es im Restaurant zu kaufen gibt.
  • Wie soll die Geschichte sein? Sehr menschlich, authentisch, hochemotional, überraschend, lustig. Wir alle wollen lachen und Spaß haben.
  • Sei auffallend und außergewöhnlich. Sprich die Sprache Deiner Marke und Kunden. Vöslauer (http://derstandard.at/2000032418737/Voeslauer-schickt-Sienna-Miller-ins-Yogastudio) macht seine Kunden gerade zu Stars, à la Sienna Miller, die Yoga mit Leichtigkeit beherrschen. Die Story wird abgerundet mit Tutorials zum Üben – mit Vöslauerflasche versteht sich.

Die neuen Technologien haben Konsumenten zu Jägern gemacht, die Spaß an der Suche nach der coolsten Erzählung haben. Allerdings werden die neuesten Geschichten heute nicht mehr am Lagerfeuer erzählt, sondern auf den Screens gepostet, geteilt und geliked.